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TrugbildAltersvorsorge mit Amazon

Deutschlands Bürger müssen ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen. Viele entscheiden sich deshalb für das Sparen mit ETFs. Damit setzen sie stark auf Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley. Ist das moralisch fragwürdig?

Ein Bündel Dollarscheine vor grünem Hintergrund
Können wir uns bereichern am Reicherwerden der Reichen? – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Annie Spratt

Nach etwa einem Jahr Bedenkzeit, dutzenden Gesprächen über „ethisches Investieren“ und einer albtraumgeplagten Nacht ist der erste Schritt zur Altersvorsorge vollbracht: Der ETF-Sparplan steht. Erst auf Nachfrage erfahre ich, dass die überwältigende Mehrheit meines besserbezahlten Bekanntenkreises schon lange dabei ist: „Ob ich spare? Klar – ETF, Habibi!“, erzählt mir ein Systemadministrator in der Szene-Kneipe am Kottbusser Tor.

ETF steht für Exchange-Traded Fund. Die Indexfonds werden wie Aktien an der Börse gehandelt und bilden die Wertentwicklung eines Marktindex nach. Anstatt in ein einzelnes Unternehmen zu investieren, ermöglicht ein ETF eine breite Streuung über viele Unternehmen gleichzeitig. Im beliebten „iShares Core MSCI World ETF“ der Investmentfirma BlackRock sind etwa 1.300 Unternehmensaktien aus 23 „entwickelten Märkten“ enthalten.

US-amerikanische Unternehmen machen darin den mit Abstand größten Anteil aus. Unter den Top 10 befinden sich Microsoft, Amazon, Google, Meta und Tesla. Auf den hinteren Plätzen folgt sogar noch Palantir. Aufgrund ihres Erfolgs sorgen die Unternehmen von Bezos, Musk und Co. für einen saftigen Teil der Rendite im Sparplan.

Die befreundete Sparschickeria nimmt das locker: „Wenn du ein MacBook nutzt, dann kannst du auch in Apple investieren“, schlussfolgert der Arzt. „Mit ETFs bereichere ich mich am Reicherwerden der Reichen“, argumentiert der Wohnungsbesitzer. Und auch der Systemadministrator nimmt‘s gelassen: „Friedrich Merz war ja lange bei BlackRock, der MSCI World ist also sicher“.

Keine guten Alternativen

Was soll man auch anderes machen? Hierzulande muss sich der Bürger nun einmal selbst um die Altersvorsorge kümmern. Das deutsche Rentensystem ist marode und reformbedürftig. Mit den Zinsen aus Staatsanleihen und Tages- bzw. Festgeldkonten lässt sich gerade so die Inflation ausgleichen. Mehr ist mit den privaten, staatlich geförderten Riester- und Rürup-Renten auch nicht drin.

Der Handel mit Einzelaktien ist derweil mit erheblichen Risiken verbunden. Aktiv gemanagte Fonds verursachen in der Regel hohe Kosten, ohne entsprechend höhere Erträge zu liefern. Und Immobilien, besonders in Großstädten, liegen durch die immensen Preise weit außerhalb der Reichweite von Normalverdienern.

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Damit bleiben für Sparer oft nur ETFs übrig, die gemessen am Wachstum der Weltwirtschaft ein relativ geringes Risiko und höhere Renditen als andere Anlageoptionen versprechen – vorausgesetzt, der Anleger ist bereit, sein Geld über einen langen Zeitraum zu investieren.

Widersprüche akzeptieren

Spare ich mit dem iShares Core MSCI World ETF, setze ich mit meinem Geld indirekt auf ein Land, das sich offensichtlich im kulturellen, ästhetischen und politischen Niedergang befindet. Ökonomisch sind die USA aber als größte Volkswirtschaft der Welt nach wie vor führend. Wer mit den Standard-ETFs effizient sparen will, hat leider keine andere Wahl, als auch diesen Widerspruch zu akzeptieren.

Der gedankliche Spagat zwischen politischer Realität und Rendite bleibt damit anspruchsvoll – vor allem für jene, die von Haus aus nie mit Geldanlage in Berührung gekommen sind. Die Auseinandersetzung erfordert eine gewisse Offenheit gegenüber der befremdlichen Finanzwelt und natürlich auch Ressourcen. Leider fehlt es jenen, die Finanzbildung am nötigsten hätten, oft an allem.

Blinder Fleck Finanzbildung

Suche ich nach „Geld anlegen“ bei YouTube, werden mir direkt zwei Krypto-Influencer angezeigt. In nur wenigen Sekunden legt mir einer der selbsternannten Finanzexperten dar, dass der Handel mit Kryptowährungen wohl kein Glücksspiel, sondern ein nachhaltiges Business ist: „Aber das dauert halt dann ein paar Jahre, bis man von 10.000 € auf 100.000 € oder eine Million kommt“.

Im breiten Feld der sogenannten Finfluencer ist von Clickbait-Clowns („ICH WURDE REICH ALS ICH DAS VERSTANDEN HABE“) bis hin zu sachlichen und besser recherchierten Formaten wie „Finanzfluss“ alles dabei. Letztere beantworten zwar zuverlässig Fragen rund um die Geldanlage, sprechen dafür aber selten über politische Aspekte.

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An Universitäten, insofern sie keinen wirtschaftlichen Schwerpunkt haben, spielt Finanzbildung dagegen eine untergeordnete bis keine Rolle. Das liegt auch daran, dass sich viele Studenten in einem einseitigen Generationenvertrag mit ihren Eltern befinden, die sich um die finanziellen Angelegenheiten kümmern.

Auch vermeintlich linke Meinungsmacher klammern das Thema gerne aus. Die feurige Erregung über identitätspolitische Trendthemen nimmt der Finanzbildung die Luft weg. „Börse“, „Aktien“ und „Anlage“ gelten als reaktionäre oder bisweilen rechts interpretierte Begriffe eines über Jahre kultivierten Feindbildes. Manch ein Journalist beschwert sich gar über das eigene Erbe. Dabei wird oft vergessen, dass jene, denen die Kohle zum Heizen fehlt, sich nicht an den „Hot Takes“ privilegierter Medienmenschen wärmen können.

Mitunter kommt es zu erstaunlichen Kehrtwenden. Noch 2019 bezeichneten Wolfgang M. Schmitt und Ole Nymoen in ihrem Wirtschaftspodcast „Wohlstand für alle“ die Beteiligung am Aktienmarkt als „Unfug“. Fünf Jahre später befürworten die beiden dann das Sparen mit ETFs. „Als Selbstständiger muss ich Rücklagen bilden, so habe ich auch kürzlich begonnen mit ETF-Sparen“, sagt Schmitt.

Notwendiges Übel

Was am Ende bleibt, ist eine bittersüße Erkenntnis. Die Beteiligung am Kapitalmarkt ändert nichts an Chancenungleichheit, Preissteigerungen und Niedriglöhnen. Das größte Risiko bei kleinstmöglichem Gewinn tragen die, die am wenigsten haben. Ein Grund auf die Altersvorsorge zu verzichten, ist das nicht.

Wo der Sozialstaat zu kurz greift, muss der Bürger Verantwortung übernehmen. Und wer etwas sparen möchte, kann sich allzu strenge Erwägungen bei der Geldanlage im gegenwärtigen System schlicht und einfach nicht leisten.

Für die Altersvorsorge sind ETFs offenbar also die beste unter vielen schlechten Optionen. Zähneknirschend reihe auch ich mich in den Kreis der Sparschickeria ein. Es ist eine alte Weisheit von Bertolt Brecht, die mir die Sache leichter macht: „Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.“

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38 Ergänzungen

  1. Ja, die schwere Buerde der buerglichen Wohlstandbewahrung, natuerlich des eigenen Wohlstands, und da sind dann auch die „linken“ mit einem Male sehr pragmatisch.

    1. Naja, wer auch immer etwas sparen kann, sollte sich sowas überlegen. Inflation ist nun mal wieder vorhanden.

      Sehen sie es wie „mit Geld ernsthaft umgehen“, es nicht einfach wegzuschmeißen. Das muss nicht Aktien bedeuten, es gibt andere Ansätze.

      1. Ein pragmatischer Vorschlag: Man wählt einen nachhaltigen ETF, der Unternehmen in Bereichen umfasst, die für eine lebenswerte Welt eintreten.
        Was habe ich von Geld im Alter in einer Welt, die maximal distopisch ist? Ich setze auf Hoffnung in die Utopie.

  2. Vielen Dank an den Autor fürs Aufgreifen dieser wichtigen Thematik in einem sehr guten Artikel, der sicher viele Menschen anspricht. Die ethisch‑moralische Dimension von Geldanlagen bleibt viel zu oft unberührt. Erschreckend ist, dass selbst als „grün“ oder „ethisch“ beworbene Produkte, etwa viele ETFs mit ESG-Kriterien (Environmental Social Gouvernement), häufig stark in Big Tech und globale Konsumriesen (z. B. Nestlé) investiert sind, oft gestützt auf fragwürdige Best‑Practice‑Begründungen.

    Wichtig ist: Es gibt durchaus Möglichkeiten, die USA‑Exponierung zu verringern, etwa durch ETFs „ex‑USA“, EU‑Fonds oder regionale und thematische Produkte (z. B. Europa‑ETFs. Solche Varianten reduzieren Klumpen‑ und Währungsrisiken, sind historisch aber auf dem stark USA‑dominierten Weltmarkt nicht immer gleich profitabel.

    Abschließend noch eine persönliche Anmerkung: Unabhängig von Renditeüberlegungen bleibt die Maxime, dass „Geld für einen arbeitet“ – und, „wer hat dem wird gegeben“ auch ethisch hinterfragbar. Ein Gedanke, der aus meiner Sicht mehr Raum in der Debatte verdient.

    1. > Abschließend noch eine persönliche Anmerkung: Unabhängig von Renditeüberlegungen bleibt die Maxime, dass „Geld für einen arbeitet“ – und, „wer hat dem wird gegeben“ auch ethisch hinterfragbar. Ein Gedanke, der aus meiner Sicht mehr Raum in der Debatte verdient.

      Was auch immer die Börse darstellt, so gibt es alleine aufgrund der Inflation die Firmensicht: Auf Basis von eingesammeltem Geld wird mehr und mehr (unbereinigt) erwirtschaftet, gleichzeitig steigt in der Regel die Produktivität über die lange Zeit. Allerlei Eckpunkte, wie z.B. welchen Anteil was eigentlich hat, aber die Börse ist nun mal das Konstrukt, das in der Theorie auch ein Mitspracherecht bis hin zum Aufkauf ermöglicht, während das Unternehmen Geld einsammeln kann. „Mehr durch Unternehmen“ ist eigentlich eine Abbildung der Realität. Das Mitspracherecht von Kleinanlegern hält sich zwar in Grenzen, wenn man auch durchaus Sachen mit abstimmen kann. Da kann man alle Ecken und Enden auch diskutieren, ob man was Sinnvolleres bauen könnte. Bei manchen Ansätzen wird allerdings vergessen, dass das Geldsystem dazu mit modelliert werden müsste, oder wenn man mit diesem startet, was dann wiederum alles explodiert. Andere Ansätze gibt es natürlich, z.B. aus dem muslimischen Raum (klassisch), bzw. man denkt eher Unternehmensanleihen.

      Guckt man Nachrichten, will deutsches Politik-chen also vielleicht doch an Kapitalerträge ran. Aber wer wird von den Maßnahmen getroffen (alle bzw. kleiner Anleger), und wer entzieht sich (vermögensverwaltende Konstrukte, die sich ab Betrag X lohnen)?

      Gleichzeitig haben wir Wahnsinnskontrukte im Erbschaftsrecht, wo Unternehmensanteile aus Schönheitsgründen herumgeschoben werden können, und aufgrund „schneller Anlage“ ungefähr keine Erbschaftssteuer anfällt.

  3. Ja, wie der Artikel auch feststellt: was bleibt einem denn übrig? Darauf zu hoffen, dass die Politik kluge und weitsichtige Entscheidungen zum Wohle der Bevölkerung trifft, wie die Norweger mit ihren Staatsfonds oder die Schweizer mit geringer Besteuerung von Arbeit und soliden Möglichkeiten zur Altersvorsorge? Mit unseren Politikern unwahrscheinlich – ich habe die Hoffnung aufgegeben.
    Wer Geld moralisch anlegen möchte (sofern das überhaupt geht) hat i.d.R. das Nachsehen, da sich mit ausgeschaltetem moralischem Kompass und mit Egoismus im Finanzmarkt mehr erreichen lässt. Wenn wir nicht gerade Experten sind, oder Zeit und Muße zur Einarbeit in die Materie haben, bleibt uns (aus CDU Sicht Geringverdienern und Lifestyle-Teilzeit Angestellten, mit einem Nettoeinkommen unter 10.000€/M /s), im Monat nichts anderes übrig es so zu machen wie „die da oben“ auch: Moral abschalten, Egoismus anschalten und so wie die derzeitigen Politiker darauf hoffen, dass uns die Folgen nicht mehr betreffen. Nach mir die Sintflut. /s

    Aber im Ernst: wählerisch zu sein, kann man sich erst erlauben, wenn man mehr als genug Geld übrig hat.

  4. Zum Thema „finanzielle Bildung“: Wirklich beachtlich ist der Youtube-Kanal von Prof. Steve Keen, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Finanzmathemathik.

  5. [Ergänzung 1/5]
    Zum eigentlichen, blinden Fleck: Der ubiquitären Abwesenheit eines makrostrukturellen Zusammenhangs

    Es geht nicht um Moral abseits eines eklatanten Informationsungleichgewichts, fehlender Finanzbildung und den damit verbundenen Risiken. Das ist ja ein wenig das, was die beiden in „Wohlstand für Alle“ zu diskutieren versuchen – nur um sich dann doch der „Realität“ statt intellektuellen Eventualitäten hinzugeben.

    Diese Kolumne jedenfalls, ist bestes Beispiel für ein Abarbeiten an falscher Stelle, vermutlich motiviert von einem Glauben an einen blinden Fleck, der endlich mal von links ausgeleuchtet gehört; dem typischen Niveau eines Mastodonthreads entsprechend.

    Denn es geht eigentlich™ natürlich nicht um die individuelle, lebensgestalterische oder sonstwie zu kategorisierende moralische Frage, ob man mit Amazon oder Rheinmetall auf Kosten von Blutvergießen und den noch Ärmeren dieses globalen Weltwirtschaftssystems reich werden darf. Oder ob man, frei nach Singer, nicht verpflichetet sei mehr Geld dorthin zu spenden, wo es wirklich hilft. Das sind Nebenschauplätze, wenn es um die zugrundeliegende Frage geht, ob die Rechnung überhaupt aufgehen kann.

    1. ETF-Renditen != Wachstum der Weltwirtschaft

    Das ist der erste Trugschluss. Auch hier heißt es unwidersprochen im Text, ETFs versprächen Rendite »gemessen am Wachstum der Weltwirtschaft«.

    Vor etwa drei Jahren bin ich über eine Studie namens »The big bang: Stock market capitalization in the long run« gestolpert. Sie zeigt indessen, dass sich die Marktkapitalisierung seit den 1980ern völlig von der Realwirtschaften (und damit den BIP) entkoppelt hat. Wir sehen keine Wertsteigerung durch Innovation, sondern eine „Asset Price Inflation“. Wir kaufen Anteile zu historisch absurden Bewertungen, getrieben durch einen »Profit Shift« zu Lasten der Löhne, vollständig ungedeckt durch echtes Wachstum.

    Insoweit ist die eigentliche Frage: Wie lange noch?

  6. [Ergänzung 2/5]

    2. „Inelastic Markets Hypothesis“

    Hier kommt ein zweites Konzept ins Spiel, das gerne übersehen wird, dabei ist es eigentlich das Erste, das man lernen sollte, wenn man den Aktienmarkt verstehen will. Oft mag es (unzutreffenderweise) lapidar mit „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“ abgetan werden, aber zugrundeliegend für den Preis ist das Orderbuch, dessen letzte tatsächlich realisierte Verkäufe den aktuellen Marktpreis der jeweiligen Aktie bestimmen. Das wird dann Stumpf mit der Menge der sich im Umlauf befindlichen Aktien multipliziert und voila, erhalten wir die Marktkapitalisierung. In den letzten Jahren gab es nicht nur die Meldung, dass erste einzelne Konzerne die 1 Billion-Dollar-Schwelle überschritten haben, nunmehr 3 Billionen..

    Ein Problem hierbei, insbesondere skaliert – und auch durch den MSCI-World mit ca 70% US-Anteil gefördert – ist der Automatismus von ETFs im Zusammenhang mit Sparplänen. Jeden Euro oder Dollar, den wir heute blind in den Markt pumpen ist in diesem Moment real gedeckt und sorgt überhaupt für Liquidität. Aber: wenn grundsätzlich mehr und mehr gespart („investiert“) wird, insbesondere durch den Glauben an die Aktienrente durch den ETF, so treiben wir die Kurse überproportional (und damit unelastisch, da nicht auf steigende Preise reagierend) nach oben, weil die Orderbücher eher dünn sind. Das ergibt gar eine Rückkopplungsschleife: „Oh, Aktien steigen so sehr, ich wäre dumm, wenn ich nicht noch mehr investierte.“ Das fühlt sich reich und schlau auf dem Papier an, bietet aber eigtl. nur die Grundlage für einen Teil eines dritten Konzepts: Die Akkumulationsphase

  7. [Ergänzung 3/5]

    3. „Asset Meltdown Hypothesis“

    Insbesondere nach der Weltwirtschaftskrise 2008 wollten natürlich viele schlaue Leute verhindern, dass es nochmals soweit kommt. Und die Asset Meltdown Hypothese war wieder hoch im Kurs. Dummerweise zeigt die Big-Bang-Studie aus Punkt 1, dass der Wachstumstrend der Marktkapitalisierung der Aktienmärkte flächendeckend weder von der Dot-Com-Blase noch von der Finanzkrise 2008 gebremst werden konnte.

    Eine Erklärung hierfür wäre: Wir sind noch nicht so weit. Wenn, demographisch betrachtet, viele kapitalstarke Industrienationen, deren Alterspyramiden alle mehr oder minder ähnlich aussehen, das Geld auch wieder auscashen wollen, schaut es mau aus.
    Dann wandelt sich nämlich eigentlich jeder Aktienkäufer aka fleißiger Sparer, zu einem Verkäufer um. Zumindest in der breiten Masse, die nicht so viel Geld zu vererben hat, weil sie es eh nicht mehr ausgeben kann. Das gepaart mit steigenden Lebenserwartungen bei nicht gleichermaßen steigender Erwerbsmöglichkeit (was ich hier gar nicht weiter moralisch bewerten will), d.h. das ganze „gesparte“ Geld in Form von Marktkapitalisierung im Depot weg muss, weil die Rente regelmäßig ja nicht reicht. Oder das Haus, was auch immer. Das Problem ist größer als der reine Aktienmarkt.

    Pflegeheime sind teuer, es gibt einen eklatanten Personalmangel und: selbst wenn dieser gestillt würde, das schafft ja diametral dazu sicher vieles, aber kein Wirtschaftswachstum. Das mag in Teilen durch Zuwanderung abfederbar sein, aber weder sind wir da auf dem Kurs, noch wäre das moralisch einwandfrei, sondern lediglich individueller Neo-Kolonialismus mit mehr Rechten, aber nur langfristigen Aufstiegschancen (wenn denn die geburtenstarken Jahrgänge dann verstorben sind)

  8. [Ergänzung 4/5]

    Das Kernproblem ist mithin ein intergenerationales: Wenn in den kommenden Jahrzehnten Millionen Rentner:innnen (in diversen Nationen und die USA sind mit am bekanntesten für ihre Aktienrente) ihre ETF-Anteile liqudieren, um ihren Lebensabend zu finanzieren, muss wieder reales Geld her. Die Verkaufsorder muss auch bezahlt werden, doch von wem? Erstens gibt es erheblich weniger junge Menschen, noch sind diese gleichermaßen kaufkräftig; empirisch-historisch gesehen steigt der Lohn erst mit dem Alter und der „Erfahrung“ an. Da Märkte unelastisch sind (siehe 2.), groht hier auch kein sanfter Abfall, sondern vielmehr ein Preissturz.

    Kurzum: Marktkapitalisierung ist kein echtes Geld sondern eine Lüge. Und weder hat NVIDIA als Aktiengesellschaft eine Billion, noch die Aktionäre zusammen. Es existiert schlicht keine „Exit-Liquidität“ um es für den heutigen Preis auszuzahlen.

    Wenn nun selbst Kritiker wie W-M-Schmitt da individuell kapitulieren und mitmachen, dann ist das v.a. traurig und Zeichen für einen Halm der Hoffnung, aber kein Argument für größere Weitsicht und dafür, dass sie initial falsch lagen oder doch der Wohlstand für alle so zu holen wäre. (kein Hörer des Podcasts though, vllt merkt man das hier)

    Effektiv spielen wir, und ich glaube auch die Kritiker der Asset Meltdown Hypothese, „Reise nach Jerusalem“ (politisch korrekter „Stuhltanz“) mit der Altersvorsorge. Und dass das so unbekannt ist, das ist meiner Meinung nach gerne ein echtes moralisches Problem. Weil selbst »sachlich und besser recherchierte Formate wie „Finanzfluss“« das auslassen.

    Der Transparenz halber: Die Asset Meltdown Hypothese ist durchaus umstritten. Gegenargumente sind v.a. zwei:
    1. Der Finanzmarkt ist zu global
    2. Das ist eingepreist

  9. [Ergänzung 5/5]

    Ich habe allerdings an beidem erhebliche Zweifel. Erstens, müsste, damit die Rechnung aufgeht das Geld dann auch in den produzierenden Ländern bleiben. Und ein Großteil der Weltbevölkerung dergestalt an Wohlstand zulegen, dass ich wiederum Zweifel daran habe, wieso dann weiterhin die Kurse von unseren bisherigen Platzhirschen oben bleiben sollten. Also: Wäre nicht viel eher plausibel, dass es neue top AGs aus anderen Ländern gibt statt dass die bisherigen immer größer werden?
    Alles bisschen Hypothesenabwäger- und Kaffeesatzleserei

    Zweitens glaube ich nicht, dass das eingepreist ist. In Teilen mag das zutreffen, aber ganz sicher nicht beim ETF im Sparplan. Hier glaube ich eher an psychologische Trugschlüsse wie „wird ja mich schon nicht treffen“ oder „ich verkauf solang es noch teuer ist“. Dass Märkte in diversen Bereichen nicht so rational agieren und sind wie ihre neoliberalen Marktschreier verkaufen, sollte eher ein Warnsignal sein denn die Annahme, dass global skaliert die Schwarmintelligenz so viel besser tut. Aber auch hier: Könnte schon sein. Niemand weiß es. Man müsste um 1. und 2. der Kritik an der Asset Meltdown Hypothese so viel mehr Daten über die wichtigsten Finanzinistitute und Sparer usw. haben, dass niemand diese Daten bislang hat oder es überhaupt möglich wäre, sie zu verschaffen. Also effektiv ein Abbild über die tatsächlichen globalen Wirtschaftsverhältnisse.

    1. Lieber Patrick, ich danke dir von Herzen für diesen wertvollen Beitrag. Jetzt müssten wir noch klären, wie der Ottonormalverbraucher, der ein wenig Geld sparen möchte, einen „ubiquitären makrostrukturellen Zusammenhang“ begreifen soll, wenn
      a) er von den wachsenden Portfolios der Gutverdiener-Bekannten hört („zum Glück bin ich vor der Corona-Krise eingestiegen“, „NVIDIA war damals ein super Tipp“)
      b) andere Vorsorgeoptionen gerade so viel Rendite versprechen, dass sie die Inflation ausgleichen
      c) er die steigende Kurve des MSCI World (und vergleichbarer ETFs) schwarz auf weiß vor sich sieht
      https://www.finanzen.net/index/msci-world
      d) selbst renommierte linke Finanzpodcaster (Wohlstand für alle, Maurice Höfgen) vorschlagen, an die Börse zu gehen
      e) so ziemlich alle anderen Finanz-Podcaster dies uneingeschränkt empfehlen
      f) der Staat keine Alternative bietet

      1. Aus einem Big Bang paper abzuleiten, dass die Entkopplungs stattfindet, halte ich zudem für fragwürdig. Es wäre schöner, der OP hätte da bessere Quellen für.

        Denn der Entkopplung folgt nicht selten der Knall. Die breit gestreuten Strategien versuchen ja gerade auch solches herauszumitteln.

        In der jetzigen Phase ist die Frage, was wie gut laufen wird, und welche Gewichtung im Moment für langfristiges Anlegen am Sinnvollsten ist. Das nicht, wegen irgendwelcher neuen tollen Sektoren, sondern wegen der Weltsituation.

  10. Wo liegt der Unterschied zwischen ETF-Sparen und Fond-Sparen bei der Bank? Außer, dass man offenbar ETFs lieber auf den Smartphone gamet und man deswegen weniger Gebühren hat? Beim Fondsparen ist es dann die Qualität des Bankberaters, der einem den zum eigenen Karma und Gewissen passenden Fond heraussucht. Ich habe das vor einiger Zeit durch und als empirische Quintessenz daraus gezogen, dass es offenbar einen direkten Zusammenhang zwischen Gewissen und Zinsen gibt. Leider umgekehrt proportional. Praktisch ohne Kenntnisse zu ETFs unterstelle ich aber mal, dass man da auch nach seinem Gewissen auswählen könnte. Falls ein Fondmanager auch mal eine Idee wie man selber hatte.

    1. Fonds und andere angebotene Produkte sind oftmals nicht besser als der Markt gelaufen, sind zudem vor allem teurer als einschlägige ETFs gewesen.

      Und wenn man an Beratung bei der Sparkasse denkt, wird’s eben schwierig. Historisch oft wurden teure Produkte beworben. Ausgabeaufschlag und laufende Extrakosten. Die Sparkasse bekommt erst dann einen Anreiz, etwas für den Kunden Funktionierendes anzubieten, wenn es Konkurrenz gibt, und diese durch den Kunden auch wahrgenommen wird. Soll jetzt kein Sparkassenbashing sein, es geht nur um das historische Beispiel.

      Die Frage, was man einschätzen kann, hängt im Zweifel natürlich am Berater, wenn es nicht anders geht. Der muss nicht bei einem Finanzinstitut sitzen.

  11. Au Weia. Wie weit ist es mit der Gesellschaft gekommen das aus Gemeinwohl eine Gemeines „Wohl auch“ wurde und wer überleben will nur noch die Wahl hat Pest und Cholera zu meiden, sich dafür aber mit der Krätze anfreunden muss. In meiner Kindheit/Jugend gab es noch Sparkassen Sparbücher die 3,5 bis 7% p.A. erbrachten. Und jetzt? Sind die Zinsen nicht schon so niedrig/negativ das man eigentlich noch Geld/Zinsen von der Bank draufzu bekommen sollte wenn man denen Geld abnimmt/leiht.
    Ja, Milchmädchen-rechnung aber, warum passiert genau DAS eigentlich NICHT? Wird es nicht mal Zeit das man „Geldverbrennung“ nicht nur als Schlagwort für Fehlschläge nimmt – sondern ganz Real durch zieht – als Staat/Bundesbank. Das Problem ist doch eher das zu viel (Buch)geld im Umlauf ist oder? Warum muss man ein Leben lang Arbeiten für ein Almosen als Rente wenn m.E. ganz klar die Reicheren das ganze System so verbockt haben das diese Lage entstehen konnte?

      1. Wie soll denn aus der Rente mehr herauskommen, ohne mehr einzubezahlen oder das einbezahlte Geld anzulegen?
        Man bezahlt maximal monatlich rund EUR 1.497 ein (AG und AN zusammen). Wenn man das über 45 Jahre machen würde, bekäme man, stand heute, etwas über EUR 3.500 monatlich an Rente.
        Das eingezahlte Geld wird weder gespart noch investiert, sondern direkt an aktuelle Rentner ausgezahlt.
        Würde man monatlich EUR 1.500 über 45 Jahre sparen, ergibt das am Ende EUR 810.000. Das könnte man sich unverzinst über 25 Jahre mit monatlich EUR 2.700 auszahlen lassen.
        Hätte man die EUR 1.500 mit jährlich 3% angespart, ergäbe das bereits rund EUR 1.700.000. Wenn man dieses Geld über 25 Jahre auszahlen lässt und weiter 3% Zinsen erhielte, wäre die monatliche Auszahlung EUR 8.000!
        Leider wird seit 40 Jahren nichts gegen die absehbaren Probleme der Rentenversicherung unternommen.

  12. Mir fehlt da irgendwo noch eine Betrachtung anderer ETF-Anbieter als nur Blackrocks iShares, mit Blick auf laufende Kosten oder so was wie exUSA-ETFs o. Ä.

    1. (Keine Anlagenberatung!)

      MSCI-World ist das historische Referenzbeispiel.

      Es gibt natürlich andere ETFs, die andere Gewichtungen setzen, z.B. Faktoren berücksichtigen, Midcaps und Smallcaps beinhalten, den Anteil der Aktien im Portfolio deckeln, Länder nach weiteren Gesichtspunkten gewichten.

      Ein beispiel für einen Gesamtansatz Wäre der ETF von Gerd Kommer, der allerdings auch etwas teurer ist, dazu neu. Andere Alternativen wie z.T. von einem anderen Poster erwähnt, wären ETFs, die z.B. Regionen ausschließen, oder auf eine Region fokussieren, es gibt auch gesonderte ETFs für Smallcaps und sonst was. Damit kann man die Gewichtung balancieren, selbst wenn man einen MSCI-World hält. Denn ein Verkauf schmeißt gegebenenfalls mehr weg, als sinnvoll, vor allem wenn man noch langfristig mit Sparplänen arbeitet. So gibt es z.B. ETFs für „Emerging markets“ oder auch „Emerging markets ex China“, Osteuropa ohne Russland, allgemein Regionen. Das will alles wohl überlegt sein, und erfordert eine Auseinandersetzung mit der Zusammensetzung der ETFs. Man kann auch Sektoren gewichten (vgl. „Themen-ETFs“), da ist aber noch viel mehr vorsicht geboten.

      Allgemein, sollte man die Gewichtung der Länder und der größten Positionen im ETF prüfen, Kosten natürlich, sowie eine Idee von der Sinnhaftigkeit haben, zzgl. Risikomanagment, also u.a. Kriterien für Positionsgröße, Einstieg/Aufstocken und gegebenenfalls Ausstieg. Es wird schnell ein komplexeres Feld.

      Es gibt natürlich seriöse Finanz-Infuencer, wobei man nie blind folgen sollte, denn man versteht möglicherweise gar nicht, wann ein Kauf Sinn ergibt, wird zu früh nervös und verkauft mit Verlust, oder verkennt die Entwicklung und verpasst einen gebotenen Ausstieg, wenn es gar nicht um langfristige Investments geht. Man muss unbedingt unterscheiden, was langfristige Anlage sein soll, wo man Risiken eingeht, und wo man von Marktbewegungen profitieren will.

    2. Tatsächlich hatte ich MSCI World und Emerging Markets ex China zur Gewichtung angefangen, dann aber Emerging Markets behalten und MSCI World auf den etwas teureren Gerd Kommer umgewalzt. Die Position war noch nicht so riesig, weil das Startkonzept mit Einzelaktien anderweitig hinreichend funtioniert hatte (Später Einstieg mit gewissem Volumen um Ende 2022, Krieg im Blick). Der Rest der Aktien zeigt nach den Eskapaden von Trump allerdings nur noch Spuren von US-Beteiligung, und macht auch eher 70 Prozent des Portfolios aus (hüstl).

      Es gibt Regional-ETFs und welche mit/ohne irgendwas, mittels derer man alles mögliche gewichten kann, auch wenn man einen MSCI-World hält (BSP. allmählich balancieren). Um die US-Exposure zu reduzieren, empfiehlt sich das auch tatsächlich. Die kann man als Satellit auch immer noch anders abbilden. Man kommt nicht umhin, sich damit eingehender zu beschäftigen, denn ab zwei Aktien/ETFs gibt es Klumpenrisiken und anderes :).

  13. Amazon für die Alterssicherung, Brecht als moralische Instanz. Der Niedergang des Systems bedingt neue, realistische Betrachtungsweisen. Thomas Sowell, der am 30. Juni 1930 geborene Ökonom hat dazu etwas zu sagen. Seine Rezeption kann den Ansatz diese Artikels sinnvoll ergänzen.

  14. Mspro und Steffen Voß haben vor nicht allzulanger Zeit auf das Problem hingewiesen, dass irgendwann, irgendwann diese ETFs zum Zwecke der Rente auch wieder aufgelöst werden müssen: aber nicht nur für einen Renter, sondern für die sehr vielen, die gerade in ETFs einzahlen.
    Und dann wird man feststellen, dass die ganzen Aktiengesellschaften gar nicht wertvoller geworden sind, weil ihre Gewinne gestiegen sind, sondern nur ihr Aktienpreis gestiegen war, weil lange Zeit durch die ETFs einfach eine hohe Nachfrage nach ihnen bestanden hat… und wenn diese Nachfrage wegfällt, braucht man neue Einzahler oder der Preis sinkt und mit ihm das ETF-Vermögen.
    Ein bisschen hat das was von einem Schneeballsystem.

    https://fnordon.de/@mspro/115854458600150488

  15. Unglaublich. Ich dachte eigentlich ich bin hier auf netzpolitik.org, aber das liest sich wie ein Beitrag aus dem Axel-Springer-Imperium; liberal und individualistisch, jeder Mensch muss nur auf sich selbst achten, dann ist an alle gedacht.

    Danke für nichts, Herr Först. Von Ihnen erwarte ich dann beim Gestalten einer besseren Welt für alle jedenfalls nichts mehr.

    1. elliot192: Ihr Post ist ein wenig ungerecht, denn der Artikel beschreibt lediglich Tendenzen, die die derzeitigen Verhältnisse abbilden und die sich verstärken könnten. In ihm steht jedoch nicht explizit, dass man so nun handeln sollte oder gar muss. Lediglich von einem notwendigen „Übel“ ist die Rede. Dieses ergibt sich aber eindeutig aus den von der Finanzwelt samt Konzernen über Jahrzehnte geschaffenen Verhältnissen. Das wird im Artikel klar herausgearbeitet.

      Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich würde niemals bei Amazon etc. investieren, und wenn ich (im Alter) jeden Tag Kartoffeln mit Tütensoße essen müsste.

      1. Ich glaube Amazon ist auch eher plakativ gemeint. Die US-Riesen haben im klassischen MSCI-World auch einen riesigen Anteil. Das lässt sich allerdings durchaus balancieren, was im Artikel jetzt nicht im Vordergrund steht. Jeder Welt-ETF hält auch Anteile an Amazon, manche deckeln die Positionsgrößen niedriger als der MSCI-World.

    2. Ist natürlich einfach, vom hohen moralischen Ross aus Opfer von anderen zu fordern.

      Die grosse Mehrheit der Bürger wählt seit 30 Jahren Politiker, die die staatliche Rente zu Gunsten der Finanzwirtschaft gegen die Wand fahren. Da kann man gegen sein, und auch gegen arbeiten, ohne auf eine mögliche eigene zukünftige Versorgung zu verzichten.

      Auch wenn mich der plötzlich mögliche Pragmatismus im Eigeninteresse amüsiert, kann man ihn der Einzelperson nicht zum Vorwurf machen.

    3. Äh, was? Geht’s spezifischer?

      „Liest sich wie“ ist keine gute Beschreibung, „liberal und individualistisch“ ist kein Totschlagargument, ob es nun zutrifft oder nicht.

      Der Teufel steckt doch im Detail. Wieviel von was kann ein Staat leisten, was leistet unser gerade jetzt. Schmeiße ich deswegen meine Zukunft weg?

      Zzgl. der Frage, was jetzt an einem Aktieninvestment so falsch ist. Wo genau liegt das Problem, abgesehen von der eklatanten Benachteiligung kleiner Privatanleger?

    4. Die Börse hat ihre spezifische Konstruktion und ihre Tücken, aber Börse = Böse? Unternehmen können Geld einsammeln, Menschen können das dann handeln, das ist das Grundprinzip. Inzwischen gibt es wesentlich niedrigschwelligere Beteiligungsmöglichkeiten als frühre, und natürlich immer noch allerlei Versuche, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

      Wir haben auch keine Risikokapitalkultur. Daraus folgen Fragestellungen für Startups. Jetzt noch die Börse weg? Wie werde ich eigentlich als IT-Fuzzi steuerlich eingestuft… hat sich da in der Zwischenzeit was getan, von wegen „irgendwas mit Computern vs. Handewerksbetrieb“?

  16. Da der Staat so viel Steuern kassiert von den Menschen ist Armut eben vorprogrammiert. ETFs sind für viele ein Hoffnungsschimmer. Solange es keine nennenswerten Tech Firmen in Europa gibt investiert man eben in die aus den USA um von KI und co profitieren zu können. Eben alles logische Folgen der Politik der letzten 30 Jahre.

    1. „Da der Staat so viel Steuern kassiert von den Menschen ist Armut eben vorprogrammiert.“

      Ist das wirklich stichhaltig? Womit würde man vergleichen?

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